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Handelsblatt, Kommentar : Ratingagenturen : Aufseher zementieren die Macht der Ratings
By Martin | January 5, 2010
Dazu haben insbesondere die internationalen Eigenkapitalregeln für Banken, im Fachjargon Basel II, beigetragen. Die Bonitätsnoten bestimmen, mit wie viel Kapital eine Bank den Besitz von Krediten und Wertpapieren unterlegen muss. Vor allem bei komplexen, also verbrieften, Wertpapieren ist dieser Weg praktisch alternativlos. Verankert in zahllosen Anlagerichtlinien und Verordnungen für Fonds und Versicherer legen Ratings auch für die meisten anderen Finanzmarktakteure fest, welche Wertpapiere käuflich sind und was ein Ladenhüter bleiben muss.
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Die Hauptschuld daran trägt die Politik. Erst hat sie die Ratings durch gewinnorientierte Firmen zum festen Bestandteil der Finanzmarktaufsicht gemacht. Und nun unterlässt sie jeden ernsthaften Versuch, Alternativen auszuloten.
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Neulich berichtete der Fondsmanager einer großen Kapitalanlagegesellschaft, sein Arbeitgeber biete institutionellen Anlegern an, die Anlagerichtlinien nicht allein an Ratings, sondern auch an weiteren Risikoparametern auszurichten. Leider liegt die Nachfrage bislang quasi bei null. Der Grund: Die angesprochenen institutionellen Investoren – Pensionskassen, Versicherer, Banken – sind selbst aufsichtsrechtlich an Ratings gebunden. So erstickt die regulatorische Allgegenwart von Ratings neue Ansätze schon im Keim.
Aufseher zementieren die Macht der Ratings (bei Handelsblatt.com am 05.01.2010 veröffentlicht)
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